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Inhaltsübersicht

Zielorientiert handeln – wo kämen wir hin, wenn wir das nicht jeden Tag tun würden? Aber «strategisch» nennen wir es nur selten. Es scheint, als wäre der Begriff bei Frauen nicht besonders beliebt; schliesslich ist «Strategie» ja auch ein Wort aus der Militärsprache: ein Heer (stratos) will geführt (agein) sein. Aber sind deswegen nur Amazonen gute Strateginnen? Strategisches Denken und Handeln ist für Frauen in den unterschiedlichsten Zusammenhängen wichtig, sei es als Leitungsverantwortliche, bei der Familienarbeit, im Kirchgemeinderat oder im Berufsfeld Universität.

  • Editorial
  • Eva Renate Schmidt
    Vom Ende der Harmonie

    Führungsfrauen im Spannungsfeld zwischen Einklang und Differenz
  • Regina Ammicht Quinn
    Fallstricke, Fussangeln, neue Chancen
    Strategien im Berufsfeld Universität
  • Ingrid Grave
    Strategin Gott
     
  • Christine Voss
    «Einfach das Notwendige tun»  

    Die «Bibel in gerechter Sprache» als strategisches Projekt?
  • Gabriele Bartsch und Dorothee Moser
    Seid klug wie die Schlangen.
    Die sechs Schritte der strategischen Planung
  • Marie-Louise Ries
    Im Gegenwind

    Lebens- und Berufsstrategien heute         
  • Gaby Belz
    Strategie in der Friedensarbeit?
             

EDITORIAL

Zielorientiert handeln – wo kämen wir hin, wenn wir das nicht jeden Tag tun würden? Aber «strategisch» nennen wir es nur selten. Fällt der Begriff Strategie oder werden gar Geschäftsstrategien und Businesspläne ins Feld geführt, möchte so manche Frau zum Rückzug an den Herd blasen. Doch halt, da ist ja, eh ich’s mir versah, verbal schon ein kleines Kriegsgetümmel ausgebrochen. «Strategie» ist nun mal ein Wort aus der Militärsprache: Ein Heer (stratos) will geführt (agein) sein. Aber sind deswegen nur Amazonen gute Strateginnen?
Die Mutter aller Strateginnen, die selbst die Wurzel stratos im Namen trägt, könnte jedenfalls auch die Mutter aller Pazifistinnen genannt werden: Lysistrata, die Heldin der gleichnamigen Komödie von Aristophanes, uraufgeführt mehr als 400 Jahre vor Christi Geburt. Nicht die Kunst der Kriegsführung, sondern die Kunst der Kriegsbeendigung ist ihre Strategie. Ihr Name sagt es, heisst sie doch «Die das Heer Auflösende». Geschickt bringt sie die Frauen Athens dazu, sich dem Liebesakt zu verweigern, bis endlich Frieden einkehrt. Eine Strategie, die aufgeht, zumal sich ihr Lampito und die Frauen im gegnerischen Sparta anschliessen. Eine rechte Strategin ist eben selten Einzelkämpferin. Vernetztes Denken und Vernetztsein gehören dazu, Haltungen und Handlungen, die häufig Frauen zugeschrieben werden – warum sollten sie sie dann nicht auch zu ihrem Vorteil nutzen?
Wird Strategie spielerisch, kann es schon passieren, dass eine Dame alleine dasitzt, auf dem Schachbrett nämlich. Doch ganz allein ist sie nicht, wenn hinter dem Brett ein Mädchen oder eine Frau sitzt. Schach gehört schliesslich zu den wenigen Sportarten, in denen Wettkämpfe direkt zwischen Männern und Frauen ausgefochten werden; nicht kriegerisch, sondern strategisch und spielerisch. Impressionen dieser Mutter aller Strategiespiele hat die Fotografin Marie-Anna Gneist für uns eingefangen.
Natürlich ist auch in der Bibel von strategisch handelnden Frauen zu lesen. Famaredakteurin Esther Kobel hat einige dieser Strateginnen aufgespürt. Ihre kurzen Nacherzählungen sind über die Nummer verteilt zu finden.

Christine Stark