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Inhaltsübersicht

Die Wechseljahre werden unterschiedlich erlebt und gedeutet. Viele individuelle Erfahrungen haben einen Bezug zu Verwandlung, die einerseits geschieht, andererseits gestaltet wird. Es geht um Aufbruch, ein sich neu ausrichten, vielleicht um eine eigenständigen Suche von Definitionen in Bezug auf das eigene Leben. Solche Deutungen werden durch die Autorinnen im Heft diskutiert.
Eine gewagte Bebilderung mit fast historischen Autowracks, zeigt eine radikale Verwandlung. Auch damit will das Heft anregen sich auf den Weg zu machen, hin zu eigenen Deutungsversuchen der Wechseljahre.

  • Editorial
  • Meike Wolf
    Doing Menopause

    Wie normal sind die normalen Wechseljahre?
  • Heidi Witzig
    Wechselnde Wechseljahre

    Propaganda und Realitäten
  • Katharina von Kellenbach
    Volle Ernte oder leerer Krug? 

    Die feministische Theologie im Wandel
  • Ulrike Bail
    Lustvolles Juchzen

    Sara am Wendepunkt
  • Gabriele Alex
    Ein Blick in die Welt

    Die Menopause in Südindien und Japan
  • Christine Stark
    Wechselhaft und unbeständig

    Warum das Klimakterium mit der Pubertät beginnt
  • Barbara Wanner
    Ein klarer Blick

    Deutungen der Menopause

EDITORIAL

Susanne Schneeberger Geisler

Eine eigentümliche Stimmung liegt auf dem historischen Autofriedhof in Kaufdorf im Gürbetal. Das Licht fällt diffus auf die wieder entdeckten Autowracks aus den Jahren 1930-1960. Hier haben während zweier Generationen die Besitzer des Geländes ausrangierte Autos abgestellt und als Ersatzteillager zum Verkauf benutzt. Doch dies ist Geschichte. Moose und Flechten überziehen die Autos, Bäume wachsen durch Karosserieteile, Rost greift um sich. Sanfte Farben von Braun- über Orange- bis zu matten Grüntönen haben die bunten Lacke der Autos bewachsen. Sie sind die unscheinbaren Boten einer sichtbaren Verwandlung.
Die Besucherinnen werden auf markierten Wegen um den Schrott herumgeführt. Fast andächtig wandeln sie, wie in einem Garten. Erinnerte Autogeschichten hängen in der Luft. Sehnsüchte nach alten Autos und dem damit verbundenem Wunsch eine vergangen Jugend nochmals zu erleben gewinnen Raum. Die Zeit scheint verlangsamt.
Irgendwo wird heftig darüber diskutiert, dass dieser Ort aufgehoben werden soll, und alle Autos entsorgt werden müssen. Dagegen regt sich Widerstand.

Dies ist der Hintergrund, auf dem die Bilder dieses Hefts zu den Wechseljahren entstanden sind. Eine gewagte Bebilderung, wir geben es gerne zu. Werden doch Autos primär als männliche Symbole gelesen, die Potenz und Macht ausdrücken. Bei diesen Autos hier ist es anders. Sie verweisen auf Verwandlung, auf Rückeroberung – und auf eine Ausserkraftsetzung der vorgesehenen Funktion. Sie stehen da, zeugen von einer anderen Zeit, wachsen mit der Natur zusammen, wirken überraschend, poetisch, beinahe schön.
Genau diese Eigenschaften lassen eine Verbindung mit den Wechseljahren zu.
Wechseljahre werden unterschiedlich erlebt, gelesen, geprägt und erfahren. Viele der individuellen Erfahrungen haben einen Bezug zu Verwandlung, die einerseits geschieht, andererseits gestaltet wird. Es geht um Aufbruch, vielleicht um eine eigenständigen Suche von Definitionen in Bezug auf das eigene Leben, auf Sinn, auf Schönheit und der eigenen Funktionalität als Frau oder eben auch nicht.
Das Heft will anregen sich auf den Weg zu machen, hin zu eigenen Deutungsversuchen der Wechseljahre. Vielleicht etwas bemoost, oder verrostet, auf jeden Fall verbunden mit der Geschichte der eigenen Lebensjahre, wo – wer weiss – urplötzlich an neuem Ort ein Lebensbaum wächst oder eine Rückeroberung beginnt.