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Inhaltsübersicht

Nomen est omen, sagt der Volksmund. Die FAMA 2/10 sucht nach den feministisch-theologischen Komponenten dieser Namenszeichen. Wie be-zeichnen Namen die damit angesprochenen? Was hat das mit Identität zu tun? Benennungen können machtvoll sein, gar Herrschaft über das benannte ausdrücken. Ist es vielleicht darum so schwierig, nennbare Namen für Gott zu finden?

  • Editorial
  • Susanne Oelkers
    Hildtrut und Neele

    Namen als Zeichen
  • Kerstin Rödiger
    Die da die da die da die da die da
  • Johanna Biedermann
    Wie heisst das Kind?

    Erlebnisse einer Hebamme
  • Regine Munz
    Queens of Crime

    Die Autorin war wieder ein Mann
  • Hannes Rudolph
    Der Name meines Lebens
  • Bettina Bannwart
    Keine Gleichstellung im Namensrecht 

    Patriarchale Macht und weibliches Identitätsbewusstsein
  • Moni Egger
    Du sollst ihren Namen nennen… !

    Zeichenhafte Namen in Hos 1-2
  • Bernadette Peterer
    Lebender Name

    In der unruhigen Frau

EDITORIAL

Kerstin Rödiger

Namen bleiben – oder auch nicht. Sie machen uns als Person mit aus. Es ist eine wohlüberlegte Strategie, Gefangene mit Zahlen statt Namen anzusprechen. Ist es eigentlich überall auf der Welt so, dass die Eltern den Namen geben? Was wäre anders, wenn wir alle unseren eigenen Namen aussuchen würden? Es gibt viele Menschen, die ihren Namen ändern, z.B. KünstlerInnen. Ein Name hat es mir angetan: Nessi Tausendschön. Sie ist eine deutsche Chansonnière und heisst mit bürgerlichem Namen Annette Maria Marx. Welch himmelweiter Unterschied! Für ihren Künstlernamen hat sie sich vom ganz gewöhnlichen Gänseblümchen inspirieren lassen, das heisst im Volksmund Tausendschön. Mich hat dies über Umwegen zu einer Geschichte geführt, zu der Geschichte von Siebenschön. Namen spielen in Märchen wichtige Rollen, obwohl die Figuren oft bewusst keine Eigennamen haben: Sie sind Prinzessinnen oder Könige. Wenn die Figuren Namen tragen, dann hat dies oft einen Grund. So müssen bei Rumpelstilzchen und «Zistel im Körbel» gerade die Namen entdeckt oder dürfen nicht vergessen werden. Bei Siebenschön aber geht es um noch mehr. Sie ist so schön wie sieben Frauen zusammen, daher ihr Name. Aber der böse König bringt Unglück über sie, weil er ihre Heirat mit dem Prinzen verhindern will. Nach langer Trauerzeit ändert sie nun ihren Namen in «Unglück» und gleichzeitig ihr Geschlecht! Als Diener tritt sie in die Gefolgschaft eben dieses bösen Königs ein. Am Ende wird alles gut, der Prinz erkennt sie an einem Lied und überlistet seinen Vater. Aber erst als er sie mit ihrem Namen Siebenschön vorstellt, erkennen alle, welch schöne Frau sie ist. Eine Frau rettet sich, indem sie ihr Schicksal zu ihrem Namen macht. Vielleicht so wie Nessi Tausendschön. Könnte das Frauen inspirieren, es ebenso zu tun?
In diesem Heft geht es immer wieder um Gründe, einen anderen Namen anzunehmen – oder eben nicht: Sie werden von persönlichen, strategischen, symbolischen oder gesellschaftlichen Faktoren lesen. Ich verspreche Ihnen, dass sie am Ende der Heftlektüre auch noch einmal neu über Ihren Namen nachdenken werden!
Die Bildstrecke wurde in Kooperation mit einer Künstlerin gestaltet. Auf den Schnappschüssen aus dem Alltag wurden die dort auftauchenden Namen von Heinke Torpus in von dem jeweiligen Bild inspirierte Namen für Gott umgewandelt.

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