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Inhaltsübersicht

Ach du heilige Vielfalt! Während uns eine Vielfalt von Gottesbildern mittlerweile vertraut geworden ist, lässt die Dreifaltigkeit oder Dreieinigkeit die eine oder andere doch zögern. Wie ist das mit der Trinität schon wieder zu verstehen? Und gibt es dem aus feministischer Perspektive noch etwas abzugewinnen, insbesondere wenn frau an den springenden Punkt – die Göttlichkeit von Jesus, dem Christus – denkt? Die FAMA stellt sich diesem zentralen Thema des christlichen Selbstverständnisses, zeigt bisherige und neuere feministisch-theologische Ansätze und blickt mit einem Augenzwinkern auf die Zahl drei und ihre Kraft, über einengende Dualismen oder ein blosses Entweder-Oder hinauszudenken.

  • Editorial
  • Béatrice Bowald
    «Du heilige Dreifaltigkeit!»

    Belastung oder Chance?
  • Magdalene L. Frettlöh
    Kommunion in der «Urwohngemeinschaft»
  • Doris Strahm
    Verschiedene Wege zum göttlichen Einen
  • Josée Ngalula
    Mwana Wa Nzambe 

    Zwischenruf einer afrikanischen Theologin
  • Gisela Matthiae
    Die Dreieinigkeit muss gekürzt werden!

    Frau Seibold zu kirchlicher Sparpolitik
  • Moni Egger
    Bezaubernd schön dreifältig 

    Ein religionspädagogisch-persönliches Patchwork zur Trinität
  • Christine Stark
    Multitask oder: Eine Frau zählt bis drei

EDITORIAL

Der Sonntag nach Pfingsten heisst Trinitatis oder Dreifaltigkeitssonntag. Danach werden die liturgischen Bezeichnungen nach lutherischer Tradition unisono lauten: erster Sonntag nach Trinitatis, zweiter Sonntag nach Trinitatis bis hin zum 25. Sonntag nach Trinitatis am Ewigkeitssonntag vor dem 1. Advent. Immer schon war der Gedanke der Trinität eine theologische Konstruktion, die es allerdings in sich hat. Es ging darum, das Wesentliche von Gott so zu sagen, dass es den damals religiös Fragenden und Denkenden handfeste Nahrung bot, anknüpfend an ihrem Welterleben, dieses erweiternd und vertiefend.
In den ersten Jahrhunderten nach unserer Zeitrechnung war die Welt ohne göttlichen Schöpfer undenkbar. Es war einsichtig, dass die Göttlichkeit in einem besonderen Menschen ganz und gar offenbar werden kann und ebenso einleuchtend für damaliges Denken, dass hinter der Verwirklichung von Agape, gelebter Nächsten- und gar Feindesliebe, etwas Göttliches stehen muss.

Vor wenigen Tagen war ich in Thüringen, einem deutschen Bundesland, in welchem nur 20% der Menschen konfessionell gebunden sind. Im Modell der «Offenen Kirchen» werden die Menschen nicht mit dem Gedanken der Trinität konfrontiert, sondern dort angesprochen, wo ihr Leben auf das Göttliche hin offen ist: Zum Valentinstag wird für alle in Liebe Verbundenen ein Segen angeboten – und die Menschen kommen. Ich verstehe das als eine neue Art der Inkulturation des Christentums.
Heisst das nun Schluss mit der Trinität? Ich denke Ja, insofern mit «Gottvater, Sohn und Heiligem Geist» als dogmatisch fixierter Rede über Gott heute mehr Befremden als Verstehen ausgelöst wird. Ich denke Nein, insofern das trinitarische Reden von Gott auch heute eine grosse Farbigkeit und Lebendigkeit in unser Wahrnehmen und Aufnehmen ihres Wirkens befördern kann.

In diesem Sinn freuen wir uns, diese FAMA unseren Leserinnen und Lesern ans Herz zu legen. Einige mögen sich wundern über die Zustellung der FAMA, welche sie (noch) nicht abonniert haben. Nach mehr als 25 Jahren als Zeitschrift, welche der feministischen Theologie als einer der innovativsten theologischen Denk- und Glaubensbewegungen der letzten Jahrzehnte eine Stimme gibt, machen wir gerne mittels eines erweiterten Versandes weitere Theologinnen, Theologen, Sozialdiakoninnen und Sozialdiakone auf uns aufmerksam und freuen uns über ihr Interesse.

Jaqueline Sonego Mettner