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Inhaltsübersicht

«Schwesternstreit» hiess die erste Ausgabe der FAMA im Jahr 1985. Heute fragen wir erneut, wie es um die Konfliktkultur unter Frauen bestellt ist. Auch wenn Frauen nicht mehr unbesehen als Schwestern betrachtet werden können, ist der Befund ambivalent. Konflikten unter Frauen haftet nach wie vor etwas Negatives an. Schnell einmal gilt eine als «Zicke» oder «bissige Stute» oder – vielleicht noch schlimmer – als unsolidarisch. Das lässt manch eine vor offenen Auseinandersetzungen zurückschrecken. Doch zeigen Beispiele, dass trotz engem Raum oder konfliktträchtigem Bereich konstruktive Auseinandersetzungen möglich sind. Und die Bilder erinnern an einen Bereich, in dem sich Frauen selbstverständlich messen und über eigene Leistung stolz sind. Lassen Sie sich überraschen!

  • Editorial
  • Christine Stark
    Dummi Geiss!
    Von tierisch kultivierten Streiterinnen
  • Dorothee Markert
    Weibliche Autorität stärken
    Statt auf Frauensolidarität zu hoffen
  • Kerstin Rödiger
    Erbe weitergeben
    Von Brüchen und Brücken
  • Amira Hafner-Al Jabaji und Doris Strahm
    Bei allem Respekt!
    Interreligiöse Konfliktkultur
  • Barbara Kauffmann
    Schwesternstreit?!
    Rachel und Leah
  • Tania Oldenhage
    Bachelor
    – und Zickenkrieg
  • Barbara Hanusa
    Brave Mädchen …

EDITORIAL

Béatrice Bowald

Mit der Ausgabe zum Thema „Schwesternstreit“ lancierten die damaligen Redaktorinnen 1985 die Zeitschrift FAMA. Anlässlich des dreissigsten Jahrgangs fragen wir erneut, wie es um die Konfliktkultur unter Frauen bestellt ist.
Die Vorzeichen haben sich geändert. Wirklich? Auf der einen Seite hat sich die Einsicht durchgesetzt, dass Frauen unterschiedlich sind und daher nicht selbstverständlich „schwesterliche“ Solidarität unter ihnen erwartet werden darf. Auf der anderen Seite scheinen unterschwellig solche Erwartungen weiter zu bestehen – mit der Konsequenz, dass unausgesprochene Ressentiments entstehen und Frauen um des vermeintlichen Friedens willen ihr Licht letztlich unter den Scheffel stellen. Das liesse sich beheben oder zumindest entschärfen, wenn eine Streit- und Konfliktkultur unter Frauen eingeübt und gepflegt wird. Wie das gelingen kann, zeigen zwei Beispiele.
Konflikte unter Frauen werden nach wie vor unterschiedlich bewertet. Mag frau ob den Tieren, die dafür immer wieder herhalten müssen, noch lachen, wird es bei den biblischen Geschichten der zehn Jungfrauen und der Schwestern Rachel und Leah schnell ernst. Wie damit umgehen?
Ob Frauen sich mit Wettstreit unter sich schwer tun oder darin einfach noch wenig geübt sind, in einem Bereich ist dies selbstverständliche Praxis: im Sport. Ob für sich allein oder als Teil einer „Mann“schaft trainieren Frauen auf wichtige Wettkämpfe hin, geben im Kampf alles, freuen sich über gelungene Leistungen, rappeln sich nach Niederlagen wieder auf – und gönnen sich die Erfolge, wie die Gesten nach geschlagenem Kampf im Frauenschwingen, nach einem Lauf oder einem Fussballmatch zeigen. Einen Eindruck davon vermitteln stellvertretend die amtierende Schwingerkönigin, Margrit Vetter-Fankhauser, Schweizer Spitzenleichtathletinnen und Frauen der 1. „Mann“schaft des SC Kriens, die an der Spitze der Nationalliga A mitspielen. – Frau Vetter-Fankhauser, Swiss Athletics und dem SCK danken wir herzlich fürs Vermitteln der Bilder!Zum Seitenanfang