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Inhaltsübersicht

Von Gott zu sprechen und sich denkerisch dem Göttlichen anzunähern, fällt heute vielen Menschen schwer. Ist uns da einfach die richtige Sprache abhanden gekommen oder fehlt heutzutage schlicht das Verständnis für Gott und das Göttliche? Macht es überhaupt noch Sinn, Gott als etwas von aussen Kommendes, Transzendentes, zu verstehen? Gerade die feministische Theologie hat ja dem traditionellen Pochen auf der Transzendenz Gottes die Immanenz, die Erfahrbarkeit des Göttlichen zwischen und im Leben der Menschen entgegengesetzt. Die FAMA fragt neu nach der Bedeutung eines Gottes, der/die/das das Vorhandene zeitlich und räumlich übersteigt. Sie spannt dabei bewusst den Bogen von biblischer, systematisch-theologischer zu nicht-religiöser Nachdenklichkeit.

  • Editorial
  • Magdalene L. Frettlöh
    Gottes doppelter Ort*
    Gott denken jenseits der Alternative von Immanenz oder Transzendenz
  • Ilma Rakusa
    Heiliges Theater
    Persönliche Erlebnisse mit der russisch-orthodoxen Liturgie
  • Franziska Holzfurtner
    Von Gott sprechen
    Ein Tanz auf dem postmodernen Drahtseil
  • Moni Egger
    Über Gott und die Welt
    Die biblische Urgeschichte als Lernprozess
  • Karin Klemm
    GOTT spielen
  • Aurica Nutt
    «Im Herzen der natürlichen Welt»
    Elizabeth Johnson über die Verbundenheit Gottes mit der Welt
  • Christine Stark
    Im falschen Film
    Science Fiction und der Traum menschlicher Selbstüberschreitung

* Dieser Artikel ist auf: famabloggt.wordpress.com

 

EDITORIAL

Béatrice Bowald

Sicher kennen Sie die Situation: Eine gute Freundin, ein Partner, ein Mensch, den wir kennen, reagiert in einer Situation anders, als wir das von ihr/ihm erwartet hätten. Oder: Manchmal verstehen wir uns selbst nicht, weshalb wir in einer bestimmten Situation so und nicht anders reagieren. In solchen Momenten wird spürbar, dass die Spannung zwischen Nähe und Unverfügbarem zu uns Menschen gehört. Diese Spannung zeigt sich ebenfalls, wenn Menschen über das Verhältnis zwischen Gott und Mensch nachdenken.
Liegt der Akzent mehr auf Gottesbildern, die uns Gott nahe bringen? Naheliegend. Es gibt ja auch «heilige Momente », in denen Göttliches durchbricht, beispielsweise für Ilma Rakusa im Erleben eines russischorthodoxen Gottesdienstes. Oder ein Bibliodrama ermöglicht einen neuen, vielleicht überraschenden Zugang zu Gott, wie Karin Klemm schreibt.
Zugleich gilt es, Gott nicht zu vereinnahmen, uns bewusst zu sein, dass Gott unverfügbar bleibt. Dass das sein Gutes hat, erläutert Magdalene L. Frettlöh.
In der biblischen Urgeschichte macht Gott selbst eine ähnliche Erfahrung – mit den von ihm/ihr geschaffenen eigenständigen, uneinsichtigen, widerspenstigen Menschen, wie Moni Egger zeigt.
Wie von Gott sprechen? Die darin liegende produktive Spannung zwischen vertraut und unverfügbar erschliesst sich für uns nicht nur in den einzelnen Beiträgen, sondern auch in den Kunstwerken von Hedy Baudenbacher. Die Bilder sind ohne Titel und anders als im Original nicht farbig und zum Teil nur als Ausschnitt abgedruckt. Sie konfrontieren die Betrachterin, den Betrachter mit sich, dem Dazwischen, Darüber, Darunter, Dahinter und zeigen damit neue Perspektiven. Hedy Baudenbacher danken wir ganz herzlich! Lassen Sie sich von ihren Bildern inspirieren, in der FAMA und auf dem FAMA-Blog im Original.