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Inhaltsübersicht

Die erste FAMA im Jahr 2015 nimmt mit dem Thema «Privatsache» eine sehr vielfältige Aktualität auf. Kann dem Slogan «Das Private ist öffentlich!» heute – in Zeiten des Internet und der bedrohten Privatsphäre – noch eine Bedeutung zukommen? Dazu lohnt sich ein Blick auf das Frauenhaus in Aarau. Mit dem Etikett «Privatsache» versehen wird häufig der Komplex der Suizidbeihilfe. Eine gendersensible Betrachtung der FAMA bringt wichtige Aspekte. Wenn Religion als «Privatsache» bezeichnet wird, so beinhaltet das den wichtigen Schutz der Religionsfreiheit, kann aber auch meinen, dass Religion «bedeutungslos» wird. Biblisch und feministisch-theologisch und damit in der FAMA regt sich Widerstand dort, wo die Bedeutung der Religion für das öffentliche Leben und Gestalten negiert wird.

  • Editorial
  • Susanne Hertrampf
    Das Private ist politisch!
    Was der Slogan der 1970er heute bedeuten könnte
  • Nadja Troi-Boeck
    Achtung Religion!
  • Klara Butting
    Gottes Kerngeschäft
  • Isabelle My Hanh Derungs
    Das sichtbare Frauenhaus
    Ein öffentliches Zeichen gegen Gewalt
  • Jacqueline Sonego Mettner
    La mia parrocchia è il mondo*
    Die notwendige Öffentlichkeit des Glaubens
  • Béatrice Bowald
    Sterben
    Persönliche Aufgabe und öffentliche Sorge
  • Flavia Schürmann
    Berufung trifft private Existenz
    Der Prophet Jeremia verwünscht seine Geburt

* Dieser Artikel ist auf: famabloggt.wordpress.com

EDITORIAL

Jacqueline Sonego Mettner

Die erste FAMA im Jahr 2015 nimmt mit dem Thema «Privatsache» eine vielfältige Aktualität auf. Kann dem Slogan «Das Private ist öffentlich!» heute – in Zeiten des Internet und der bedrohten Privatsphäre – noch eine Bedeutung zukommen? Eine interessante Facette davon zeigt sich in der neusten Entwicklung beim Frauenhaus Aarau.

Mit dem Etikett «Privatsache» versehen wird häufig der Komplex der Suizidbeihilfe. Die staatliche Schutzpflicht für das Leben der einzelnen Bürger und Bürgerinnen gerät in Kollision mit dem Recht auf Selbstbestimmung, das nun auch den Tod bzw. seinen Zeitpunkt umfassen soll. Weit herum unbestritten ist die staatliche und gesellschaftliche Aufgabe der Suizidprävention, insbesondere im Hinblick auf junge und psychisch kranke Menschen. Was aber ist passiert, dass das Leben alter und kranker, auch psychisch kranker Menschen diesen Schutz in der öffentlichen Wahrnehmung zu verlieren droht? Eine gendersensible Betrachtung in dieser FAMA benennt wichtige Aspekte.

Wenn Religion als «Privatsache» bezeichnet wird, so beinhaltet das den unbedingt nötigen Schutz der Religionsfreiheit, kann aber auch meinen, dass Religion «bedeutungslos» wird. Biblisch und feministisch-theologisch und damit in der FAMA regt sich Widerstand dort, wo die Bedeutung der Religion für das öffentliche Leben und Gestalten negiert wird.

Die Bilder dieser FAMA stammen aus dem Buch «Wäscheleinen» von Verena Staggl. Sie schreibt dazu: «Wäscheleinen: mein Reisetagebuch der letzten fünfzehn Jahre. Es fasziniert mich, dass das Persönliche so selbstverständlich öffentlich gemacht wird.» Wir danken der Künstlerin für ihre Einwilligung, mit ihren von der Farbe lebenden Bildern diese FAMA in schwarz-weiss gestalten zu dürfen.

Mit dieser FAMA verabschieden sich Ursula Vock und ich mit viel Dankbarkeit für wunderbare Jahre aus der Redaktion. Nadja Troi-Boeck kommt neu dazu, vgl. die Beiträge im Forum.

Die FAMA geht mit Elan und Zuversicht ins neue Jahr. Das wünsche ich Ihnen ebenso – privat und öffentlich – und dazu Gottes reichen Segen.