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Inhaltsübersicht

Klein und unbekannt. Auch wenn die Parole «Mein Bauch gehört mir» schon die Wechseljahre erreicht hat, bleibt das, was im Frauenbauch wesen und wachsen kann, ein feministisch heisses Eisen. Gerade weil «ein Kind machen» nicht mehr nur eine pubertäre Umschreibung für Sex ist.

Schliesslich ist es inzwischen eine medizinische Option, «ein Kind zu machen». Ohne Schweiß und Lust, sondern mit Fleiss und keimfreiem Laborequipment. Postpotent sozusagen, technisch hochentwickelt und wirtschaftlich interessant. Ist das eine andere Form von Machismus oder eine auch feministisch ersehnte Befreiung von biologischen Zwängen? Und was bedeutet es, dass es möglich ist, nicht bloss irgendein Kind zu machen, sondern ein ganz bestimmtes – «ein Kind designen» quasi? Letztlich sind es doch wieder Frauenleiber, die die längste Zeit das Embryo, den Fötus, das ungeborene Leben eben in sich tragen, heisse es, wie es wolle.

Die neue FAMA widmet sich dem Thema «Embryo» und fächert ethische, medizinische und seelsorgerliche Fragen auf, die das spannungsvolle Ineinander von Embryo, Frauenleib und Selbstbestimmung herausfordert.

  • Editorial
  • Susanne Brauer
    «Mein Bauch gehört mir!»
    Alte Freiheit in Zeiten neuer Reproduktionstechniken
  • Monika Bobbert
    Kinder der Freiheit?
    Fortpflanzungsmedizin in der Schweiz
  • Brigitte Ratzer
    Warum wir können, was wir nicht brauchen
    Eine feministische Technikkritik
  • Tania Oldenhage
    Zwischen Staunen und Unbehagen
    Bilder von ungeborenem Leben
  • Franziska Wirz / Simone Rudiger
    Wenn etwas auffällig ist
    In den Mühlen der Pränataldiagnostik
  • Magdalene L. Frettlöh
    «Noch unfertig erblickten mich deine Augen…» (Ps 139,16)
    Begründete Hoffnung angesichts von Stillgeburten
  • Geneva Moser
    Mein Cyborg-Bauch gehört mir*
    Einige Gedanken zu Natur und gefrorenen Eizellen

* Dieser Artikel ist auf: famabloggt.wordpress.com

EDITORIAL

Christine Stark

Ich bin nur sieben Jahre älter als das erste «Retortenbaby», aber trotzdem war in meiner Pubertät «ein Kind machen» die gleichermassen primitive wie präpotente Umschreibung für Sex haben. Irgendwie war das auch recht machohaft, ist das «Kind» ja bei weitem noch nicht «gemacht», wenn zwei beieinander gelegen haben. Vielmehr kann ein Embryo entstanden sein, muss aber nicht. Es kann sich zum Fötus entwickeln, wachsen und wachsen, bis schliesslich der Frauenleib sichtbar mitwächst. Es kann aber auch sein, dass es als Fehlgeburt abgeht oder bewusst abgetrieben wird.

Sobald eine Schwangerschaft beginnt, sind zwei Leiber auf Gedeih und Verderb verbunden. Eine Einheit und Zweiheit zugleich, die in das Leben der einen genauso einschneidet, wie in das Leben des anderen, das gerade erst im Entstehen begri!en ist. Letzteres kann über Wochen und Monate nicht ohne und ausserhalb des Frauenleibes leben. Dagegen kann die Frau über ihren Körper bestimmen, hat unter bestimmten Voraussetzungen das Recht, die Schwangerschaft abzubrechen. Das Recht auf Abtreibung ist eine Errungenschaft der Frauenbewegung, wenn auch eine ambivalente. Inzwischen hat die Parole «Mein Bauch gehört mir!» die Wechseljahre erreicht. Die Spannungen freilich sind geblieben, ja, es ist weiterhin ein feministisches Thema, dieses Nicht-Ich im Ich.

Wenn heute davon die Rede ist, «ein Kind zu machen», kann auch eine medizinische Option gemeint sein. Ohne Schweiss und Lust, sondern mit Fleiss und keimfreiem Laborequipment: Die Fertilitätsmedizin macht’s möglich. Postpotent sozusagen, technisch hochentwickelt und wirtschaftlich interessant. Ist das eine andere Form von Machismus oder eine auch feministisch ersehnte Befreiung von biologischen Zwängen? Und was bedeutet es, dass es möglich ist, nicht bloss irgendein Kind zu machen, sondern ein ganz bestimmtes – «ein Kind designen» quasi? Letztlich sind es doch wieder Frauenleiber, die die längste Zeit das Embryo, den Fötus, das ungeborene Leben in sich tragen, heisse es, wie es wolle.