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Inhaltsübersicht

Wer hat eigentlich das Sagen: Das Volk, und wenn ja, welches? Oder das Geld? Männer ohne Krawatten? Oder die Frau, die oft als mächtigste Frau der Welt bezeichnet wird? So einfach ist das nicht mit demokratischen Prozessen. Mancherorts wird sogar eine Krise der Demokratie gerochen oder es werden postdemokratische Zeiten an die Wand gemalt. Jedenfalls lohnt es sich, Demokratie zu durchdenken und aus unterschiedlichen Perspektiven auszuleuchten, sei es von Politikerinnen oder Wissenschafterinnen. Das tut die neue FAMA und hinterfragt Demokratiekonzepte kritisch, feministisch, theologisch und feministisch-theologisch. Wählen Sie die FAMA zu Ihrer Lektüre!

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  • Editorial
  • Hedwig Meyer-Wilmes
    Viele Ichs machen noch keinen Staat
    Herausforderungen der Demokratie in der Postmoderne
  • Caroline Palla
    Wikimannia
    Demokratische Potentiale im www
  • Friederike Rass
    «Im Namen Gottes … !»
    Zum Beziehungsdreieck von Offenbarungsreligion, Demokratie und Fundamentalismus
  • Christine Stark
    Jesus for President *
    Warum ich Gott auch «HERR» nenne
  • Sabine Scheuter
    Warten auf die Feminisierung
    Die Präsenz von Frauen in Leitungsgremien reformierter Kirchen
  • Barbara Schmid-Federer
    Die Stärke des Volkes
    misst sich am Wohl der Schwachen
  • Martina Caroni
    Käufliche Politik?
  • Anke Ramöller
    Demokratie in Fülle
    Selbstentfaltung zum Wohle vieler

* Dieser Artikel ist auf: famabloggt.wordpress.com

EDITORIAL

Jeannette Behringer

Angekommen in der Demokratie?

Im Juni fand in Stuttgart der 35. Evangelische Kirchentag statt, ein nationales und internationales Treffen von Christinnen und Christen, bei dem sich Kirche als Teil der Zivilgesellschaft einbringt. An fünf Tagen wurde theologische, kulturelle und gesellschaftliche Debatten intensiv geführt, kontrovers, friedfertig, streitlustig. Beim Schlussgottesdienst verwies eine Teilnehmerin dankbar auf die vermeintliche Selbstverständlichkeit, dass sich an fünf Tagen Menschen unterschiedlicher Herkunft, Denkweisen und Weltanschauungen in Frieden und Sicherheit austauschen können. In den meisten Ländern dieser Erde wäre dies so nicht möglich.

Diese demokratischen Errungenschaften sind ein Kulturgut, mit dem Religionen und auch das Christentum nicht selbstverständlich ein gutes und kooperatives Verhältnis pflegten und pflegen. Wissen und Verheissung einer überzeugenden Wahrheit auf der einen Seite, und die Aufgabe, Vielfalt in legitimen Prozessen zu Ergebnissen zu führen, die von allen getragen werden, auf der anderen Seite – diese Grundspannung zwischen Religion und Demokratie lässt sich auch in etablierten Demokratien nicht wegdiskutieren. Und doch sind beide aufeinander verwiesen: Religion als eine identitätsstiftende Kraft, die den Menschen Sinn und Orientierung gibt, nicht nur in Fragen der persönlichen Lebensführung, sondern auch als Bürgerinnen und Bürger, die ihre Anliegen in das demokratische Gemeinwesen einbringen. Und Demokratien mit ihrer Geschichte, die durch Religionen geprägt ist, und die ihren Teil zur Entwicklung von Wissen und Wissenschaft, von Mündigkeit und Freiheit beigetragen haben. Die aber gleichzeitig auch auf einen neutralen Rahmen angewiesen sind, in dem sich verschiedene Wahrheiten austauschen und miteinander streiten können. Friedlich – und immer wieder neu.