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Inhaltsübersicht

Geglaubt, aber unglaublich: Die Auferstehung ist das Zentrum und zugleich das grosse Rätsel des Christentums. Ist es nun ein Wunder oder eben gerade kein Wunder, dass sich in jüngster Zeit feministische Theologinnen vermehrt mit der Auferstehung auseinandersetzen? Die FAMA liefert aktuelle Diskussionen und persönliche Positionen rund um ein im Grunde genommen unfassbares Thema. Die ideale Lektüre in der Fasten- und Osterzeit, die das Nachdenken über Auferstehung nicht nur mit dem leeren Grab, sondern gewitzt auch mit Erdbeeren und Zombies verknüpft. Die Bildstrecke mit antiken Fresken schlägt den Bogen zum Judentum und ins heutige Syrien. Ein dichtes, hochaktuelles Heft, das weit denkt und zum Weiterdenken anregt.

  • Editorial
  • Claudia Janssen
    endlich leben
    Freundschaft angesichts des Todes
  • Clara Moser
    Am Grab
    Wie rede ich als Pfarrerin von der Auferstehung?
  • Esther Straub
    Leibliche Auferstehung – eine Spurensuche
  • Franziska Holzfurtner
    Himmel, Hölle, Fegefeuer *
    Ein Glossar
  • Andrea Gisler
    Steh auf!
    Vom globalen Süden lernen
  • Nadja Troi-Boeck
    Theologie in der Lücke
    Jugendliche diskutieren über Auferstehung
  • Evelyne Zinsstag
    «Über die Auferstehung des Fleisches»

* Dieser Artikel ist auf: famabloggt.wordpress.com

EDITORIAL

Christine Stark

«Doch nicht so, mit einem Stecken in der Hand!» empört sich der Sohn einer Autorin über eine Darstellung des Auferstandenen (siehe S. 8-9). Ja, aber wie eigentlich? Zwar gibt es kein spezielles Bilderverbot zum Ostergeschehen, aber die Bildsuche für diese Nummer wurde zur echten Herausforderung. Überraschend wurden wir im jüdischen Umfeld fündig, und nun schmücken Fresken einer antiken Synagoge das Heft. Das ist mindestens so irritierend wie der Auferstehungsgedanke selbst. Nicht nur dass wir hier Wandmalereien in einer Religion haben, die sich doch eigentlich der konkreten bildlichen Darstellung enthält. Hinzu kommt, was diese Bilder verhandeln, nämlich nichts anderes als Auferstehung. Die Synagoge lag in Dura-Europos, einem Grenzort des Römischen Reiches, der im Jahr 256 von den Sassaniden erobert und zerstört wurde. Danach versank sie im Grab der Wüste und des Vergessens, bis ihre Ausgrabung Anfang des 20. Jahrhunderts die Welt überraschte.

Aus der Fülle der Fresken haben wir die Auferstehungsmotive ausgewählt. Eindrücklich konkret wird Ezechiel 37 umgesetzt: Auf der Erde liegen Gliedmassen, Füsse, Köpfe, Hände. Daraus erheben sich drei männliche Figuren, als ziehe sie die göttliche Hand, die in den Synagogenbildern dauerpräsent ist, an den Haaren aus dem (Todes-)Sumpf. Belebt werden sie von kleinen geflügelten Wesen, die als Seelen verstanden werden können. Auch andere Fresken thematisieren das Entrinnen aus dem Tod in ein neues Leben. Der neugeborene Mose wird aus dem Nil gezogen, so wie später das Volk Israel durch das Rote Meer der ägyptischen Hölle entrinnt (Exodus 2,1-10 und Exodus 14,26-31). Der Prophet Elija erweckt das Kind einer Witwe zu neuem Leben und schenkt damit beiden Zukunft (1Könige 17,17-24). Und zuletzt passen auch die Esther-Bilder in die Auseinandersetzung mit der Auferstehungshoffnung, retten doch Esther und ihr Onkel Mordechai ihr Volk vor der totalen Auslöschung.

Diese Fresken sind uralt, verwittert und schwer in schwarz-weiss abzudrucken. Und doch sind sie grossartig und erfrischend, weil sie unser Denken durchkreuzen und auf ihre Weise Auferstehung illustrieren. Sie zu betrachten erschüttert, weil Dura-Europos in Syrien liegt, und die Ruinen nicht von den dort wütenden Terrormilizen verschont blieben. Was von ihnen bleiben wird, ist ungewiss.