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Inhaltsübersicht

Fatima Moumoni, Amira Hafner-Al Jabaji
Was würdest du eigentlich tun …?*
Ein Gedankenaustausch

Amani Abuzahra
Grösser, bunter, lauter
Frauensolidarität reloaded

Esma Isis-Arnautovic ́
Den Koran geschlechtergerecht lesen

Dilek Ucak Ekinci
Ich bin Muslima und mehr
Von islamischen Frauenrechtlerinnen und Mipsterz

Betül Karakoç
Eingeengt oder frei?
Frauen in Gebetsräumen

Soufia Nadifi
Die Blicke der anderen
Ein persönlicher Bericht

Hanna Kandal-Stierstadt
Anders bist du schön
Christliche und muslimische Frauen im Dialog

* Dieser Artitkel ist auf famabloggt.wordpress.com


Editorial

Simone Rudiger

Bereits vor 23 Jahren hat sich FAMA unter dem Titel «Fatimas Töchter» mit dem Islam befasst. Damals erkannte die Redaktion, dass «neue Bündnisse notwendig sind, um die herrschenden Machtstrukturen auch in unserem Verhältnis zu den anderen Frauen zu durchbrechen und uns gegenseitig zu unterstützen.» (Li Hangartner im Editorial in FAMA 1994-2).
Es ist heute noch drängender geworden: Das dauerpräsente Thema Islam, die politische und mediale Aufmerksamkeit, die auf den Islam gerichtet ist, die fast ausschliesslichen Negativschlagzeilen und die darauffolgenden Erklärungs-, Rechtfertigungs- und Verteidigungsversuche von Muslim_innen, die zu immer und immer wieder denselben Themen Statements abge- ben (müssen) – dies alles führt dazu, dass wir eine stark eingeschränkte, einseitig auf politische Aktualitäten reduzierte Sicht auf «den Islam» erhalten.

Im Gespräch mit den Musliminnen Amira Hafner-Al Ja- baji und Fatima Moumouni haben wir nun diese vorliegende FAMA geplant, die den Blick weiten will auf an- dere Themen und Sichtweisen der islamischen bzw. muslimischen Welt. «Was würdet ihr gerne zum Thema Islam lesen?» lautete unsere Frage an die beiden. Sie haben uns die Augen geöffnet für die Vielfalt an spannenden Themen, die für sie relevant sind und die es auch noch zu behandeln gäbe. Ohne ihre Unterstützung und ihre Vermittlung von Autorinnen wäre dieses Heft so nicht zustande gekommen, vielen Dank!

Ob das Heft zu harmlos, zu nett und schön würde, haben wir uns gefragt. Schön ja, so sollte sie werden, auch diese FAMA. Die Vielfalt des Islam gerade in seiner Schönheit zu zeigen, dagegen spricht nichts. Im Gegenteil, etwas vom Wesentlichen des Islam zeigt sich gerade in der Schönheit: Sie ist Offenbarung G*ttes. Schönheit kann sich in allen Dingen zeigen und so das Göttliche aufscheinen lassen. In der Kunst der islamischen Kalligraphie wird dieses Wissen von alters her besonders gepflegt und zur Perfektion gebracht: Die Bebilderung dieses Hefts spricht für sich. Harmlos oder unkritisch ist das Heft deswegen nicht geworden – aber schön!